Nimm nur das, was du wirklich brauchst

Eigentlich kennen wir diese Aussage und den Sinn darin.
Doch wie oft erwische ich mich, wenn ich in den „Rückspiegel“ schaue, daß ich das (eben) nicht getan habe.
Oft zeigt es sich in den Kleinigkeiten, wie voll ich mir den Teller gemacht habe,
weil die Augen wieder größer waren als der Hunger und
soviel ja überhaupt nicht in den Magen paßt.

Dieser Teller findet sich in den unterschiedlichsten Lebenssituationen und der Futterneid greift nur allzu oft um sich. Abgesehen von der kleinen Freßattacke, die mich gerade überwältigt hat, stellt sich mir die Frage, warum wir uns manchmal
oder doch in gewisser Regelmäßigkeit so einfach „überwältigen“ lassen.
Warum ist es vermeintlich so schwer, ein vernünftiges, natürliches Maß zu halten.

Gerade wir, in der westlichen Welt, wo nahezu alles im Überfluß verfügbar ist, scheinen da unsere gepflegten Probleme zu haben zu widerstehen. Im Abschnitt zuvor hat sich ein Wort „eingeschlichen“, welches mir klar aufzeigt, wo die Ursache zu finden ist:

(Futter-)Neid; und schnell finden sich auch die anderen Spießgesellen, wie
Mißgunst, Gier, Profitdenken und auch der Begriff „Unersättlichkeit“ kommt mir ohne Umschweife in den Sinn. Bedednken wir, was wir tun oder „passiert es“ aus einem antrainierten Reflex, aus dem Unterbewußtsein – sind es Verhaltensmuster, in die wir konditioniert wurden und welche wir auch nicht (mehr) hinterfragen?

Ist es wirklich Freßsucht? Gut, Süchte, da gibt es ja noch reichlich davon und wir können uns noch weiter vorarbeiten in die Abgründe des Zeitgeistes der westlichen Welt: Geiz ist geil; na, nach geil kann ja jetzt hier spontan auch noch Sexsucht, genannt werden. Alkohol, Nikotin, weitere Drogen, jedoch auch Arbeitssucht, Schönheits- und Körperkult (als Pendant oder als geschäftsträchtige Reaktion zur Freßsucht), Prestige-Sucht und so weiter etc.

Sind wir dann „auf dem Weg“ und voll zu Gange kommen wir zu der fatalen Geschichte mit der Gier.

Oops, und hier frage ich mich erstrecht, wie das denn passieren kann in dieser (ach so) aufgeklärten Welt, wo es doch bei so vielen Einzelkindern kaum zu Futterneid kommen kann! Wir alle kennen ja die Geschichte von der Gabel des großen Bruders in unserer Hand?!!

Was stachelt uns an, diese Verhaltensweisen von Gier und Geiz an den Tag zu legen, wo zumindest ich bei klarer Betrachtung und wenn ich mich von mir weg setze, – mich selbst frage -, ob ich mir schaden möchte und darüber hinaus auch noch Dritten.
Bei der Suche nach Entschuldigungen kommt dann oft vorlaut und schnell die Behauptung: Uuuh, ich bin verführt worden.
Ergo, noch mal zurücksetzen und feststellen: Freundchen, zu kurz gesprungen.

Ich gestehe mir ein, ich habe mich einfangen lassen, von der Werbung, der Peer-Group, weil ich ja dazu gehören muß, von der Propaganda, von was auch immer.
Fazit ist jedoch:
Ich habe mich verweigert, mein Hirn einzusetzen, Konsequenzen zu bedenken, wie Kausal-Ketten zu bilden, ich weiß nicht, wann genug ist oder ich bin einfach nur zu faul, zu bequem, lasse es laufen – auch, weil Disziplin einfachnicht hipp genug ist und sooo schwer.

Brumm, nochmal zurück:
Nimm nur soviel wie du wirklich brauchst!

Man, ich bin doch so intelektuell und clever, ich weiß um die Resourcen im Großen und Kleinen, im Geiste wie im Materiellen und nehme in Kauf, daß ich in all diesen Ebenen dick und träge werde??
Heißt auch nicht hier das Thema:
Loslassen oder wie steht es mit dem nächsten „Bon-Mots“:
Weniger ist mehr.

Werter Konsument, so schnell kommst du in dieser Welt nicht davon – wir sind doch so tolle Verbraucher, es gibt sogar den Verbraucherschutz, auch wenn der seit einiger Zeit schwächelt und ins Trudeln kommt.
Nu, Freundchen Raffa, was tun?

Wissen wir denn was wir „brauchen“?
und erkennen wir und lassen wir dann auch los, was wir nicht brauchen?
Was brauchen wir denn wahrlich um zu wirken, denn
Nimm nur soviel wie du wirklich brauchst!

Und wenn wir weniger verbrauchen, ist dann nicht haufenweise Energie, Stoff, Futter und auch Potential „übrig“, wo wir anderweitig und ohne Sucht und Gier Dinge auf den Weg bringen, die weder uns, noch andere angreifen und zerstören.

Und ich erlaube mir jetzt noch ein bißchen größer zu denken:
Was, wenn wir alle (die 99%)
und auch die „großen“ Player, die Giermenschen (die 1% ??!) aus allen Bereichen der Wirtschaft und Macht,
uns von der Gier verabschieden und dann das offene Potenzial wahrlich nutzen und zudem die materiellen Ressourcen ideologiefrei schonen?

Ich habe ja die Überzeugung und These, daß wenn wir nicht mehr „Müssen-müssen, wir ganz ruhige und friedliche Gesellen werden und unausweichlich und konsequenterweise auf dem Weg in dauerhaften Frieden und in eine lebens- und liebenswerte Welt sind.

Genug der wirren Worte in dieser Nacht, und auch nach dem kleinen Freßrausch,

gehabt euch Wohl,
Danke fürs „Zuhören“,
Danke auch fürs Antworten
und dies erstmal fürs Erste,
Fortsetzung folgt alsbald.

Alles Liebe,
Raffa.

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