Wehrloses Staunen

Nun, auch wenn ich es nicht wirklich gedacht habe,
daß mich das „Alte Testament“ sooo „fesseln würde“ – komme ich nicht umher.
Denn eigentlich würde ich gerne vielmehr die aufbauenden und freudigen Worte der Bibel an den Start bringen.
Gut ich hänge gerade beim Propheten Jeremia und
komme aus dem Augen reiben nicht ´raus.

Was der da so auf der „Pfanne hatte“, kann doch nahezu eins-zu-eins in die west-europäische Jetztzeit übertragen werden. Welch´ein Spiegel,
doch schau mal selbst hinein:

Ist´s doch lauter Lüge, was die Schreiber daraus machen.
Die Weisen müssen zu schanden, erschreckt und gefangen werden;
denn was können sie Weises lehren,
wenn sie des Herrn Wort verwerfen?

Darum will ich ihre Frauen den Fremden geben
und ihre Äcker denen, durch die sie verjagt werden.
Denn sie gieren alle, klein und groß, nach ungerechtem Gewinn;
Priester und Propheten gehen mit Lüge um
und heilen den Schaden meines Volkes nur obenhin,
in dem sie sagen: „Friede! Friede!“
und ist doch nicht Friede.
[Woher wußte Jeremia von „1984“ und „Neusprech??]

Sie werden mit Schande da stehen,
weil sie solche Greuel getrieben haben;
aber sie wollen sich nicht schämen
und wissen nichts von Scham.

(Jeremia 8, 8-12)

Naja, vielleicht brauchen wir ja immer noch den Blick in die Spiegel und
die eine oder andere Transfer-Leistung,
um liebevoll und bestimmt unseren Hintern hochzukriegen.

Ich rappel mich gerade hoch,
wir sehen uns,
Raffa.

 

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4 Gedanken zu “Wehrloses Staunen

  1. Geliebter Raffa,

    ist ja uralt der Text und genau betrachtet nur ein Hinweis darauf, dass sich scheinbar die Zeiten ändern, doch nicht die Menschen darin. Der Mensch ist wirklich, doch die Zeit hat
    nur Wirkkraft durch des Menschen Glauben an sie. Darum sei Dank all jenen, die jenseits von Zeit leben und somit keinerlei Wiederholung vom Vergangenen huldigen. Krieg braucht Zeit und Gedanken, um sich auszubreiten. Frieden ist immer vollkommen, auch ohne Gedanken. Dies überall und in jedem Moment, in dem ein Mensch ihm Raum gibt – in sich selbst.

    „Jesus sprach: Ein Weinstock ist gepflanzt worden außerhalb des Vaters; und da er nicht befestigt ist, wird er ausgerissen werden mit seiner Wurzel, und er wird verderben.“

    Vorstehendes ist aus dem Evangelium des Thomas – Logion 40
    (Offenbarung der Göttlichen Ordnung, ohne weitere Vorankündigung)

    Der Wein-Stock ist in uns und zeigt sich in vielerlei Form in der Welt, bis wir ihn hinauslachen und entwurzelt verdorren lassen.

    Sonnige Abende

    Luxus

    Gefällt 1 Person

  2. Danke für deine Worte, werte Luxus,

    erlaube die Frage in wie weit die Umstände, die heutigen, eine Wirkung oder Nicht-Wirkung haben…
    und wie die Reflektion des/der Menschen ausehen könnte.
    Ja, es kommt zum einen darauf an, welchen „Hund wir füttern“,
    gerade wenn wir um die Führung wissen, ganz gleich „welche“,
    nach den bewußten, wie unbewußten Entscheidungen …

    Gefällt mir

  3. Geliebter Raffa,

    ich bin mir nicht sicher, dass ich deine Frage richtig verstanden habe. Deshalb lasse ich erst einmal Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher antworten und mich danach gleiten.

    „Sorge dich nicht um das, was kommen mag, weine nicht um das, was vergeht; aber sorge, dich nicht selbst zu verlieren und weine, wenn du dahintreibst im Strome der Zeit, ohne den Himmel in dir zu tragen.“

    Der Christus sagt ja darüber hinaus: Sorge dich nicht, es braucht die Sorge nirgendwo, gleichgültig – wem oder was sie gilt, ist ihre Nützlichkeit nur eine Idee – von uralten Masochisten. Sorgen hat noch keinem geholfen, kein Leben verlängert, keine Angst gestillt. Alles sich sorgen, ist genau betrachtet ein Hobby, das den Mensch aus der Langeweile treiben kann. Es heißt ja auch nicht: Sorge dich um deinen Nächsten, wie um dich selbst. Obwohl dies augenscheinlich weit verbreitet – eine tatsächliche Realität ist. Somit könnte man schon sagen, dass die Umstände eine Wirkung zeitigen, solange mir nicht dämmert, dass jeder Umstand lediglich die Auswirkung meiner ursächlichen Gedanken, bezüglich der Welt ist. Auch mein Körper ist Welt und macht mir scheinbar manchmal Umstände. Mancher kennt wahrscheinlich den Effekt, wird der Geist vom Umstand abgelenkt, ist dieser oft nach der Ablenkung verschwunden oder hat sich sonstwie verringert. Somit hat der Umstand lediglich Wirkung auf mich, wenn ich ihm diese Macht vorübergehend zugestehe.

    Danke für die Frage.

    Letzte Grüße am 1. April 🙂

    Luxus

    Gefällt 1 Person

    • Es ist nicht die Sorge —
      viel mehr ist es die Liebe —

      So „paart“ sich ein Be- und auch ein Ge-denken, die Verführung sichtbar zu machen – wohl wissend, daß es nicht mein „Freier Wille“ ist, der für den Nächsten entscheidet.

      Doch mit dieser Liebe in mir, putze ich gerne Brillengläser und geleite mit frohen Mut auf den nächsten Hügel…

      Denn oft bestätigt es sich, Befürchtung hin oder her, daß sie, zumindest etliche Nächste, nicht um Wahrheit und Sünde wissen — aus Unwissenheit oder auch unbewußter Verdrängung.

      Hab Dank, werte Luxus,
      für deine aufbauenden Worte, welche sich mit Freude und auch zu meiner, hier verströmen.

      Alles Liebe,
      Raffa.

      Gefällt 1 Person

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