Die Geschichte von der Gerechtigkeit

Ich darf gerade in einem interessanten Büchlein lesen,
wo die eine oder andere Geschichte zu finden ist –
und die folgende konnte ich euch beim besten Willen nicht vorenthalten:

Es geschah vor langer Zeit im Kaukasus. Der Fürst Schamyl hatte nach einem erfolgreichen Kriegszug streng verboten, sich an der Kriegsbeute zu vergreifen,
denn sie sollte allen im Fürstentum zu Gute kommen.

Die Übertretung seines Gebotes sollte mit hundert Peitschenhieben bestraft werden. Doch kurz darauf wurde es mißachtet – ausgerechnet von der alten Mutter des Fürsten!

Sollte er also auf die Vollstreckung der Strafe verzichten, um sie zu verschonen?
Das hätte seine Gerechtigkeit in Frage gestellt und seine Autorität für immer untergraben.

Der Fürst nahm sich einen Tag Zeit zum Nachdenken. Dann verkündete er seinen Entschluß: Die Strafe wird vollstreckt!

Als der erste Hieb auf den bloßen Rücken der Mutter niederging, riß er sich den Mantel herunter, warf sich über seine Mutter und rief den Soldaten zu:
„Schlagt weiter! Und keinen Schlag zu wenig“

Die Mutter war gerettet, zugleich aber zeigte der blutige Rücken des Fürsten, wie ernst es um die Geltung seiner Gesetze, um das Recht und die Gerechtigkeit in seinem Land bestellt war.

Hast du Worte?
Nur her damit! Wir lesen uns,
Raffa.

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