Ob klassische, sozialistische Kultur noch hilft …

… gut man könnte sie auch als sowjetisch oder kommunistisch bezeichnen (wo doch gerade wieder der alte Marx so gehypt wird??!!!!) – doch wobei mag sie helfen,
fragt sich gar der geneigte, aufgeklärte und weltoffene Leser??

Nein, ich will nicht viel Worte machen und einfach die unten aufgeführten Worte sprechen lassen:

„Der Minister bekommt keinen Termin, und er versucht, den Ingenieur einzuschüchtern.“  [– ab hier spricht also Solschenizyn, oder?]

„Abakumov hatte auch eine Stimme, die wie der Donner laut sein könnte, und er konnte mit ihr Angst einjagen. Aber diesmal fühlte er, dass es kaum hilfreich wäre zu schreien. Es wurde ihm auch klar, dass dieser Häftling eine harte Nuss ist.

Er warnte also nur: »Hören Sie, Häftling, wenn ich Sie nett behandle, dann dürfen Sie nicht vergessen…«

»Und sollten Sie mich grob behandeln, dann würde ich mit Ihnen gar nicht reden, Bürger Minister. Sie können ihre Obristen und Generäle anschreien, diese Leute haben in ihrem Leben zu viel zu verlieren, ihnen mag das alles leid tun.«

»Wie Sie wünschen, wir werden auch mit Ihnen fertig.«

»Da irren Sie sich, Bürger Minister!« – Da konnte man für einen Augenblick einen Funken offenen Hasses in der Brille von Bobynin sehen. – »Ich habe nichts, verstehen Sie, einfach nichts! Meine Frau und das Kind können Sie sich nicht nehmen – eine Bombe hat sie mitgenommen. Und meine Eltern? Die starben schon. Und mein ganzes Vermögen auf dieser Erde – ein Taschentuch, und ein Overall, und die Unterwäsche darunter, ohne Knöpfe (er entblößte seine Brust und zeigte sie ihm) – die gehören dem Gefängnis. Freiheit habt ihr mir schon vor langem weggenommen, und mir diese zurück zu geben übersteigt Ihre Kräfte, weil Sie sie selbst nicht haben. Ich bin etwa 42 Jahre alt, verurteilt habt ihr mich für 25 Jahre, im Arbeitslager war ich schon, gefesselt war ich, die Hunde haben mich auch bewacht, und in der Kompanie mit besonders strengem Regime war ich auch – womit können Sie mir noch drohen? Was wollen Sie mir noch wegnehmen? Meine Arbeit als Ingenieur? Dadurch werden Sie mehr verlieren als ich. Ich werde jetzt rauchen.«

Abakumov öffnete eine Schachtel der ›Troikas‹, die für Kremlin hergestellt wurden, und schob sie Bobynin zu: »Bitte, nehmen Sie von diesen.«

»Nein, danke. Ich bleibe bei meiner Marke. Sonst huste ich.« – Er holte eine Selbstgedrehte hervor. – »Übrigens, versuchen Sie es zu verstehen und geben Sie es weiter, dorthin, wer es da oben braucht, dass Sie stark sind nur so lange, so lange Sie den Menschen nicht alles wegnehmen. Aber der Mensch, dem Sie alles weggenommen haben, ist Ihnen nicht untergeordnet – er ist wieder frei.«“

Was sagt dir, der Autor, diese Worte, diese Situation?
Finden wir gar „Typus“ und „Anti-Typus“?, einen Spiegel für unsere Zeit??

Hast du Worte – her damit!

Mit lieben Dank im Voraus,
Raffa.

 

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5 Gedanken zu “Ob klassische, sozialistische Kultur noch hilft …

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